HDR Shootout 2 am 15.09.2018

 

7 Monate nach dem ersten HDR Shootout gab es nun die zweite Auflage am 15.09.2018 mit verbesserter Hardware und gestiegenen Anforderungen.

Die Teilnehmer des Shootouts :

Das Treffen fand diesmal bei Michael statt. Erstmal einen großen Dank an den Gastgeber und die hervorragende Bewirtung. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Michael hat ein sehr schönes dediziertes Heimkino, hier fühlt sich der JVC wohl. Mir hat Ton und Bild sehr gut gefallen. So ein Heimkino hätte ich gerne, der Winter kommt ja bald !

Jetzt die verwendete Technik :

Der JVC DLA-X7900 wurde von Michael auf BT.2020 kalibriert.

Angetreten zum Shootout waren 3 Blurayplayer der Extraklasse, die von den jeweiligen Besitzern auf die optimalen Werte für dynamisches HDR eingestellt wurden. Während unseres Vergleichs sollte möglichst wenig verstellt werden. Und hier die drei Kandidaten :

Mein HTPC wurde zuhause auf die Beta-Version 21 von madVR aktualisiert. Diese wurde speziell auf die Durchzeichnung von HDR Highlights wie Explosionen optimiert.
Das neue  "Highlight Recovery Strength" habe ich auf "High" gestellt. Display's peak nits waren auf 300 eingestellt. Alle Optionen bei "trade quality for performance" auf aus. Mein gesamtes madVR Setting in Kürze.

Der HTPC wurde bei Michael an den Marantz AVR angeschlossen und es mussten einige Einstellungen gemacht werden. MadVR speichert Einstellungen pro Output-Device ab, und der Marantz wurde als neues Device angelegt. Die Einstellungen für Kalibrierung, HDR und Bildmodi waren schnell gemacht. Frederik, der zuhause auch einen madVR Rechner hat, hat bei allen Einstellungen geholfen und war für mich eine große Hilfe.

Die erste Hürde : Die nVidia Karte weigerte sich das Bildsignal in 12 Bit an den Marantz weiterzugeben. Die Einstellungen die ich normal nutze sind RGB 4:4:4 12 Bit Full. Das ließ sich leider nicht einstellen. Was nun ?
Ein Wechsel des Ausgangs von HDMI nach Display-Port+ mit DP-nach-HDMI Adapter zeigte Erfolg : RGB 4:4:4 mit 12 Bit ging plötzlich. Und ich dachte alle Ausgänge der Graphikkarte wären gleich !

Dann ein Test mit einer Szene aus Marsianer : Alles OK !

Frederik gab mir seine kalibrierte 3D-Lut, die wir uns als Test anschauten. MadVR kann in einem Split-Bildschirm das Original und das 3D-Lut anzeigen, Man sieht 2 verschiedene Farbtönungen des Sandes auf dem Mars. Da aber keiner von uns den Sand auf dem Mars je gesehen hatte sind wir vom Standard ausgegangen. Aber es hat Lust auf eigene Kalibrierung gemacht und auf die Erstellung eigener 3D-Lut-Dateien. MadVR kann auch als Bildgenerator für die Kalibrierung dienen. Ein Pluspunkt für den HTPC.

Im Vorfeld hatten wir viele Szenen herausgesucht die HDR benutzen.  Davon haben wir einige wenige Szenen dann für unsere Tests benutzt.

Frank hat einen Bewertungsbogen entworfen mit dem wir alle Ergebnisse festgehalten haben. Erst sollte jeder seine Meinung sagen, aber da wir immer einer Meinung waren wurde jede Szene besprochen und dann die Bewertung festgehalten.

Die Testszenen wurden auf allen Playern eingestellt und dann wurde mehrmals hin- und hergeschaltet. Dabei muss man beim JVC Beamer Geduld haben, denn der braucht zum Umschalten 20 Sekunden.

Der JVC war ja auf BT.2020 kalibriert. FI war niedrig. Alle anderen Einstellungen waren neutral und für alle Blurayplayer gleich bis auf das Gamma, das wurde an das jeweilige Gamma des Blurayplayers angepasst. MadVR geht mit Gamma 2.2 in den AVR und in den Beamer.

Jetzt ging es los mit dem Film "Life" von 2017, die ersten 5 Minuten sind ein Feuerwerk für die Lautsprecher und das HDR Display, es geht bis 6700 nits !

Betrachtet haben wir die Szene bei 00:06:15. Hier kam es auf den hellen Fleck rechts oben im Sonnensegel an und auf die Durchzeichnung der Wolken am Horizont. Hier hab ich noch keine Vergleichsfotos gemacht.

Auffällig war dass der helle Fleck im Sonnensegel beim Oppo anders aussah als bei Pana und MadVR. Was jetzt aber richtig war wussten wir nicht. Die Durchzeichnung der Wolken war bei den Wolken bei Pana und madVR etwas besser.

Zu den Fotos : Sie geben unseren Seheindruck nur bedingt wieder. Aber einige Sachen die uns aufgefallen sind kann man auch auf den Fotos erkennen. Meine Fotos wurden mit einem Samsung S7 gemacht.

Die Szenen wurden teilweise von Datei und teilweise direkt von Bluray-Scheibe wiedergegeben. Die Qualität war dabei bei allen Bluray-Playern gleich. Bei der Wiedergabe von Dateien gab es allerdings Einschränkungen beim Spulen und bei HD-Tonformaten. Aber wir wollten ja nur die Bildqualität testen.

Die nächste Szene : Gardians of the Galaxy 2 bei 00:42:40. Der ganze Film ist ein tolles Beispiel für HDR, tolle Bild- und auch Tonqualität ! In dieser Szene ging es um die helle Sonne links oben und die Farben und Strukturen auf dem Planeten.

Zuerst der Pana : Sehr gute Darstellung des HDR, gute Strukturen und Farben.

Jetzt der oppo : Es fällt sofort auf dass der Planet hier nicht rot sondern orange dargestellt wird. Die Sonne hat härte Kanten von der hellen Fläche zum Planeten.

Zu guter Letzt der HTPC mit madVR : Hier wieder rote Farbe, und gute Darstellung der hellen Sonne.

Dann die goldene Treppe bei 00:44:29. Beim madVR gute Darstellung der goldenen Farbe, aber schwächer als beim Pana.

Beim oppo war das Gold eher Gelb.

Der Pana zeigt ein superschönes Gold !

Jetzt wollten wir die Farben nochmal vergleichen :  Die Szene bei 00:42:42 zeigt beim Pana ein sattes Gelb und einen schönen blauen Walkman.

Der Oppo zeigt nur ein sehr schwaches Gelb, der Unterschied ist in real noch größer als man hier auf den Fotos sieht. Auch der Walkman ist eher blassblau.

Beim madVR ist das Gelb wie beim Pana schön satt und kräftig. Auch der Walkman hat tolle Farben.

Jetzt kommen wir zur Königsdisziplin, der Darstellung von Explosionen ! Wir waren sehr gespannt wie sich madVR gegen die beiden Konkurrenten schlägt denn die Algorithmen wurden tagelang auf Explosionen getrimmt.

Dazu kam Mad Max Fury Road in die Player mit der Szene 00:18:09 : Der Oppo zeigt die Wolken der Leuchtraketen wie zwei Klecke aus Plaka-Farbe. Absolut keine Struktur in der Wolke, keine Farben.

Wie es aussehen soll zeigt der Pana : Rote Farbe, feine Strukturen in den Wolken.

Hier Frank bei der Dokumentation.

Jetzt madVR : Sehr gute Farben, identisch zum Pana. Sehr gute Strukturen in den Wolken, etwas besser als der Pana. Hier wurde madVR ja sehr aufwändig optimiert.

Jetzt eine große Explosion, davon gibt es ja genug in Fury Road. Wir haben die Szene bei 00:28:40  gewählt. Der Pana zeigt sehr schöne Farben und gute Detailzeichnung.

Der oppo leider nur Flächen ohne Details und eine ganz komische Farbe.

Der madVR zeigt bessere Strukturen als der Pana, eine etwas schwächere Farbe.

Jetzt der Oppo mit HDR ST.2084 ohne Dynamik mit der neuen Custom Gamma-Kurve von JVC, wir nennen sie "Peter Hess Kurve 2".

Die Farben sind hier viel besser, aber es ist kein dynamisches HDR mehr. Also Einstellung der Helligkeit pro Film ist notwendig.
Allerdings kann man diese Kurve empfehlen für gutes HDR Out-of-the-Box.

Um die Hauttöne zu testen kam "Lucy" in die Player, und zwar die Szene bei 00:03:38. Alle drei Player zeigen gute Hauttöne, das sieht man hier auf den Fotos nicht so gut.

Der helle Hintergrund und die Häuser wurden korrekt dargestellt. Die Hautfarbe war beim madVR etwas schwächer.

Hier der Pana :

Dann Oppo :

Dann madVR :

 

Zuerst ein Hinweis zu unserem Shootout : Wir haben die Szenen nach unserem Geschmack bewertet. Ob das genauso war wie es der Regisseur wollte wissen wir nicht.

Die Szenen wurden auf "Pause" gestellt. Da es schwierig war die genauen Stellen zu finden können Abweichungen in den Bildern sein, besonders bei den Explosionen.

Zum genauen Anhalten sollte man besser die Originalfernbedienung nehmen, die Harmony hat da etwas mehr Input Lag.

Die dynamischen Verfahren ziehen immer mehrere Frames für die Berechnung heran. Das fehlt natürlich wenn man auf Pause stellt.
Wir haben dazu alle Szenen auch in der Bewegung angesehen, haben aber keinen Unterschied zu den Standbildern sehen können.

Der HTPC mit madVR wurde mit einer einzigen Einstellung genutzt die ich für mich selber optimiert hatte. Beim Pana wurde ab und zu verstellt, aber das Ergenis hat sich dadurch nicht verbessert.

Frank hat nun unsere Bewertungen in seine Excel-Tabelle eingetragen und wir waren auf das Ergebnis gespannt. Und hier die Siegerehrung :

Der HTPC mit madVR gewinnt mit 94%. Er hat beste HDR-Darstellung und beste Durchzeichnung und Details.
Panasonic steht auf Platz zwei mit 90 %. Er verliert ganz leicht bei der Durchzeichnung, hat aber bei den Farben ganz minimale Vorteile.
Der oppo verfälscht die Farben und hat wenig Durchzeichnung. Nur 56%

Mit fester JVC Custom Gamma Kurve sind Details und Farben OK, aber man muss dann wie gesagt pro Film nachstellen :66%.

Mein Resumé :

Panasonic und madVR sind auf gleichem hohem Niveau, die Unterschiede sind wirklich nur Nuancen, die man nur im direkten Vergleich sieht. madVR hatte Vorteile in der Durchzeichnung, Pana manchmal bei den Farben und bei der Plastizität.
Allerdings wissen wir nicht wie die Farben aussehen sollen, denn wir hatten natürlich keínen 4000 nits Profi-Monitor zum Vergleich.

Für mich überwiegen die weiteren Vorteile des HTPC : Alle Filme auf Knopfdruck zur Verfügung. Absolut konkurrenzloses Upscaling von Bluray auf 4K. Und eine schnelle Weiterentwicklung durch Madshi.
Ich bin also weiterhin sehr glücklich mit meinem HTPC !

Beim Betrachten der Szenen aus Gardian of the Galaxy, Mad Max Fury Road und Lucy waren wir uns alle einige : Das ist Heimkino auf höchstem Niveau. So macht das Filme schauen Spaß !

3D :

Ready Player One wurde in 3D angesehen. Frederik hat meinen HTPC auf 3D umgestellt. Das ist aber leider noch sehr frickelig und es gab mehrere Abstürze. Laut Frederik hat madVR gegenüber den anderen Playern einen großen Vorteil bei 3D durch das bessere Upscaling. Das wurde aber nicht getestet. Ich schaue selber kein 3D.

Update am Sonntag :

Frank hat die Szenen vom Samstag zuhause auf seinem X5900 angeschaut. Da waren Farbe und Details beim oppo viel besser. Warum das so war ist aber noch nicht geklärt.